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Vor 150 Jahren gab es das Saarland noch nicht - weder als politische, noch als kulturelle oder wirtschaftliche Einheit. Die Regierungen saßen außerhalb, und das Gebiet an der Grenze zu Frankreich war für sie "Provinz".

Zeugnisse menschlicher Besiedlung des heutigen Saarlandes reichen bis in die Altsteinzeit vor rund 100.000 Jahren zurück. In den letzten vorchristlichen Jahrhunderten lebten die keltischen Stämme der Mediomatriker und der Treverer in diesem Raum.

Willkommen in einem Land mit einer unverwechselbaren Eigenheit: wegen seiner Geschichte, seiner Landschaft, seiner Sehenswürdigkeiten, seiner kulturellen Ereignisse und vor allem wegen der Menschen, die hier leben.

Die Menschen
Der Saarländer freut sich auf Besuch. Denn er ist nicht nur, wie es bereits Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker feststellte, "gleichzeitig ein guter Saarländer, ein guter Europäer und ein guter Nachbar", sondern vor allem auch ein liebenswerter Gastgeber.

Seinen Gästen zeigt er gerne, wie er lebt und wie gut sich‘s hier leben lässt. "Das Leben und das Lebenkönnen, das Leben und das Lebenlassen, das ist saarländische Lebensart", meint denn auch der Schriftsteller Ludwig Harig.

Nach der Eroberung durch die Römer entstanden zahlreiche kleine Landstädte und ländliche Villen, von denen einige zur Zeit ausgegraben werden.

Dazu gehört der grenzüberschreitende Archäologiepark Bliesbruck-Reinheim. In der Völkerwanderung brach die Römerherrschaft zusammen.

In Folge der Französischen Revolution wurden die Fürsten 1793 vertrieben und das gesamte linke Rheinufer an Frankreich angeschlossen. Nach dem Wiener Kongress fiel das heutige Saarland an die Königreiche Preußen und Bayern und an einige kleinere Staaten des Deutschen Bundes.

Die Errungenschaften der Französischen Revolution blieben als Rheinisches Recht erhalten. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich nach Anfängen im 18. Jahrhundert der Steinkohlenbergbau und die Eisen- und Stahlindustrie.

Nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 und der Schlacht von Spichern vor den Toren Saarbrückens führte die Gründung des Deutschen Reiches und die Annexion Elsaß-Lothringens zur Bildung eines gemeinsamen Wirtschaftsraumes bis zur französischen Grenze.

An der Saar entstand das Zentrum des drittgrößten Schwerindustriegebietes des Deutschen Reiches.



Das Land...
Wenn man im Saarland unterwegs ist – zu Fuß oder auf dem Fahrrad – und den Wald liebt, hat man es nicht weit. Fast ein Drittel des Landes ist bewaldet... Eingebettet zwischen Lothringen, Luxemburg und Rheinland-Pfalz ist das Saarland mit seinen knapp 2.600 Quadratkilometer das kleinste Bundesland. Doch so klein es flächenmäßig auch ist, so vielfältig ist es in seiner Landschaftsstruktur.

Drei große Naturräume prägen die Region: der Hunsrück mit dem Schwarzwälder Hoch- und Idarwald, der einen Großteil des Naturparks Saar-Hunsrück ausmacht, das lothringisch-pfälzische Schichtstufenland mit den fruchtbaren Gaulandschaften an Saar, Mosel und Blies und das Saar-Nahe-Bergland "dazwischen".

Doch zurück zum Wald: Auch dank ihm finden sich im Norden die Heilklimatischen Kurorte, unweit davon staatlich anerkannte Erholungsorte am Fuße des Schaumbergs, an der Saarschleife, am Bostalsee und im Saarpfalz-Kreis. Das waldreiche Saarland – ein gesunder Lebensraum für Freizeit, Erholung und Kur.

...lädt ein
Wer gut zu Fuß ist und das Wandern durch Natur und Kultur liebt, findet dazu im Saarland – eine Auswahl "ohne Grenzen". Über 2.000 Kilometer Hauptwanderwege, mit einprägsamen Farbzeichen markiert, führen quer durchs Land. Viele von ihnen haben einen eigenen Namen und ein Thema. Da gibt es geologische Wander- und Lehrwege, industriegeschichtliche Pfade oder auch die SaarLorLux-
Kulturwanderwege.

Was den Wanderern recht ist, kann den Radfahrern nur billig sein. Auf über 1.800 Kilometern, querfeldein oder auf festen Wegen, kommen auch die im Saarland auf ihre Kosten.

Wer das Land lieber hoch zu Roß kennenlernen möchte, kann sich an einen der zahlreichen Reiterhöfe im Saarland wenden. Sie liegen entlang des über 300 Kilometer langen saarländischen Rundreitweges.

Die Geschichte
Das Saarland heißt "Saar-land" schon seit 1935. Dennoch hat sich das "Saargebiet", so hieß es laut Versailler Vertrag von 1920, im Sprachgebrauch gehalten.

Sprachliches Relikt einer wechselvollen Geschichte. Besonders in den letzten 200 Jahren, in denen das Land insgesamt achtmal seine Nationalität wechselte. Ein Volk in ständiger Bewegung. Die geschichtlichen Zeugnisse im Land reichen jedoch weit über diese Zeit hinaus zurück.

Spuren von ungewöhnlicher Dichte mit reizvollen Gegensätzen: Hier Reste einer gallo-römischen Stadt, ausgegraben in deutsch-französischer Kleinstarbeit im inzwischen zum Europäischen Kulturpark avancierten Grenzgebiet bei Reinheim-Bliesbruck.